Eine Vision
von Jörg
Mauthe

1987 fand der erste »Altwiener Christkindlmarkt« auf dem Michaelerplatz statt.

Nach den zwei ersten und bereits sehr erfolgreichen Jahren wechselte man auf die renovierte Freyung.
Mittlerweile ist der »Altwiener Christkindlmarkt« zu einer Wiener Institution geworden.
Damals — im Jahre 1987 — konnte niemand wissen, ob der Versuch gelingen wird, die alte Christkindlmarkttradition als Gegenmodell zur totalen Kommerzialisierung aufleben zu lassen.
Der Versuch scheint gelungen und die lange Geschichte des Wiener Christkindlmarktes ist damit ein kleines Stück länger geworden.

»Letzter Rest jener den Wienern durch die Privilegien von 1296 und 1396 erteilten Jahrmarktsrechte, die noch 1792 bestätigt wurden. Seit 1600 wurde er am Graben abgehalten, 1761 dort aufgelassen. 1772 auf der Freyung, 1842 auf dem Platz am Hof nachzuweisen.«

Das große Groner Wien Lexikon von Professor Felix Czeike

Auch auf diesen Plätzen wurde Christkindlmarkt abgehalten:

1918 am Stephansplatz
1929 auf dem Neubaugürtel
1939 Am Hof
1947 vor dem Messepalast
1950 auf dem Inneren Neubaugürtel.
1963 in der Kalvarienberggasse
1967 wieder vor dem Messepalast.

Als Alternative zu dem seit Mitte der 80er Jahre vor dem Rathaus stattfindenden Christkindlmarkt und Adventzauber, haben Gemeinderat Mag. Robert Kauer und seine damalige Mitarbeiterin Alexandra Holzer die Idee und Vision Jörg Mauthe’s in die Realität umgesetzt. 
Der erste »Altwiener Christkindlmarkt« wurde prompt genehmigt und in den folgenden Jahren haben viele profitiert:

Der Rathausmarkt hat an Charakter gewonnen, der Altwiener Christkindlmarkt ist zur liebenswerten Tradition geworden und die Wienerinnen und Wiener haben jetzt jene Christkindlmärkte, die jedem das Seine bieten.
Immer mehr Wien-Besucher entdecken jedoch das besondere Ambiente auf der Freyung. Die kulturellen Rahmenprogramme sind legendär und die Kasperltheatervorführungen erfreuen sich immer wieder größter Beliebtheit.

Die Freyung

Die Freyung ist ein außergewöhnlicher Platz in der Wiener Innenstadt. In frühester Zeit war es eine Durchzugsstraße, die seit den Römern benützt wurde. 1156 verlegte Heinrich II. Jasomirgott seine Residenz nach Wien (1155 wurde das Schottenstift gegründet).

Erst langsam kamen die Palais, die heute die Freyung umrahmen: Palais Harrach, Palais Daun-Kinsky, das Ferstel, Admonter Hof, das Palais Abensberg-Traun (österr.-ungar. Bank), das Schubladkastenhaus und das schon erwähnte Schottenstift.
Auf dem Platz steht noch der Austria-Brunnen. Von alten Zeiten her war dieser Platz ein Markt-Platz. So wie früher an diesem Platz kommt das Angebot aus den Stuben und Kunsthandwerkern aus Österreich.